Beringung

Gemäß Satzung gehört die Förderung der wissenschaftlichen Vogelberingung zu den Zielen des Vereins sächsischer Ornithologen.

Pro-Ring Rundbrief

Neuste Mitteilungen zu den Aktivitäten von ProRing e.V. sind dem untenstehenden pdf zu entnehmen.

Rundschreiben 41 (Dezember 2010) der deutschen Vogelwarten

Aktuelle Informationen der drei deutschen Vogelwarten entnehmen Sie bitte dem untenstehendem pdf.

Aufruf: farbberingte Brachvögel

Liebe Vogelbeobachter,

seit dem Frühjahr 2010 werden im Königsauer Moos (Dingolfing, Niederbayern) junge Brachvögel farbberingt. Das Projekt mit dem Titel „Populationsbiologie des Großen Brachvogels (Numenius arquata) im unteren Isartal" soll mindestens fünf Jahre laufen. Diesjährige Jungvögel werden mit einem weißen Ring mit schwarzem Code am rechten Bein über dem Intertarsalgelenk beringt. Der Code besteht aus einer Zahl, einem Buchstaben und zwei Zahlen (ohne 8 aufgrund von Verwechslung mit 6 und 9). Er steht vertikal auf drei Seiten (Beispiel: 0A02, 0A03, 0A04). Der Ring kann auch noch aus größerer Entfernung mit dem Spektiv abgelesen werden.

Am linken Bein über dem Tarsus wird ein Vogelwartenring aus Metall angebracht. Bitte notieren Sie folgende Angaben:

Ort, Datum, Uhrzeit, Beobachter und Zahlenkombination

Unsere Fragestellungen sind unter anderem:

Wie ziehen und wo überwintern die niederbayerischen Brachvögel? Rasten unsere Vögel am Bodensee?

Dient das Königsauer Moos mit seiner vergleichsweise hohen Nachwuchsrate als eine sog. Spenderpopulation für die umliegenden Populationen?

Kontakt für Meldungen:

Philipp Herrmann: herrmann@faunakart.de

Hans Schwaiger: hans.schwaiger@web.de

Die Seite http://numenius.org/ mit Informationen zum Projekt befindet sich derzeit noch im Aufbau.

Farbmarkierte Graugänse - Bitte um Mitarbeit

Hallo allerseits,

nach zusammen 172 beringten Graugänsen in den Jahren 2007 und 2008 wurden auf der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) im Mai und Juni 2009 erneut 126 Gänse mit Halsbändern markiert. Der Großteil der Vögel wurde erneut am Mauserplatz Nonnensee bei Bergen/Rügen gefangen. Erstmalig konnten zudem mehrere Vögel an einem neu entdeckten Mauserplatz auf Nordrügen(>200 Mausergäste im Jahr 2009) beringt werden. Die Beringung erfolgte in diesem Jahr erneut mit gelben Halsbändern (Buchstaben „S" und „F" sowie um 270° gedreht 2 Zahlen). Fang und Markierung erfolgte erneut durch Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz Rügen mit zeitweiser Unterstützung durch das IZW Berlin (Norbert Kenntner u.a.), das an einem Teil der Vögel wieder Untersuchungen zur Bleischrotbelastung durchführte.

Neben wenigen Vögeln der lokalen Brutpopulation wurden auch in diesem Jahr ganz überwiegend mausernde Nichtbrüter markiert. Ziel der Untersuchungen ist es, v.a. die geographische Herkunft und das Zugverhalten der zahlreichen Mausergäste zu ermitteln. Mit etwa 2300 Graugänsen im Juni 2009 ist der Nonnensee Bergen aktuell der größte Graugans-Mauserplatz in Mecklenburg-Vorpommern und einer der wichtigsten Mauserplätze in ganz Deutschland.

Die in den Vorjahren beringten Vögel haben mittlerweile Rückmeldungen aus insgesamt 11 Ländern in Europa erbracht. Wiederfunde in Spanien, Frankreich, den Niederlanden sowie aus Italien, Ungarn und Österreich deuten darauf hin, dass die Mauservögel sowohl zur nordwesteuropäischen als auch zur zentraleuropäischen Population gehören. Innerhalb Deutschlands gelangen bislang Funde in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Brutzeitfeststellungen und einzelne Brutnachweise markierter Vögel weisen auf ein relativ großes Einzugsgebiet der Mausergäste hin, dass insbesondere große Teile Nordostdeutschlands sowie Polen östlich bis zur Narev umfasst.

Erstmalig konnte in diesem Jahr auch ein Austausch mit weiteren Mauserplätzen in Ostdeutschland dokumentiert werden. Einzelne Vögel wurden auf Nordrügen, an der Müritz sowie an den Altfriedländer Teichen festgestellt.

Der Großteil der Mausergäste und auch die Mehrzahl der Ringvögel hat in den letzten Wochen das Mausergewässer wieder verlassen, sodass die markierten Gänse jetzt auch an anderen Rastplätzen zu erwarten sind.

Wir möchten Sie daher bitten, insbesondere an den Graugans-Rastplätzen in

Nord- und Ostdeutschland auf Graugänse mit gelben Halsbändern und den Großbuchstaben N, H, S und F zu achten. Auch Mitteilungen von Gänsen, bei denen der Code nicht abgelesen werden konnte, sind von Interesse.

Neben allgemeinen Angaben zur Ablesung würden wir uns auch über zusätzliche Angaben wie Rasthabitat, Truppgröße und sozialen Status der Vögel (verpaart/unverpaart, Anzahl Jungvögel etc.) sehr freuen.

Ablesungen können entweder über die Internet-Adresse

www.geese.org

oder über die unten angegebene Kontaktadresse gemeldet werden. Jedem Ableser wird selbstverständlich die Lebensgeschichte seiner Gänse übersandt.

Im Voraus schon vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Mit besten Grüssen

Thomas Heinicke

ProRing e.V.: Aufruf zur Mitarbeit!

ProRing "Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung."

Am 27. April 2002 fand in Magdeburg die Gründungsversammlung von ProRing "Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung" statt. Mit diesem Informationsblatt möchten wir, die Gründungsmitglieder, die Ziele, die konkreten Aufgaben und die Arbeitsweise des Vereins vorstellen und zur Mitarbeit aufrufen.

Weshalb ein Förderverein für die Vogelberingung ?
Die wissenschaftliche Vogelberingung ist als Methode der ornithologisch-ökologischen Forschung und Umweltbeobachtung unersetzbar. Mit dem Hiddensee-Beringungswesen haben sich in Ostdeutschland stabile, zuverlässig funktionierende Strukturen entwickelt, die für die Anwendung der Beringungsmethode gegenwärtig und künftig unentbehrlich sind. Heute, nach 38 Jahren erfolgreicher Arbeit, können nun aber die öffentlichen Hände der beteiligten Bundesländer die vergleichsweise geringen Finanzmittel, die für den Erhalt dieses Beringungswesens jährlich benötigt werden, angeblich nicht mehr aufbringen. Bei ihren Bemühungen, die staatliche Finanzierung und damit auch den öffentlich-rechtlichen Status des Beringungswesens zu bewahren, haben die Beringer und die Beringungszentrale aber leider keine starke Lobby in der Öffentlichkeit. Dies auch deshalb, weil die umfangreichen Möglichkeiten, die die Beringungsmethode der Naturschutzforschung objektiv bietet, heute bei weitem nicht ausgeschöpft werden.
Das liegt aber natürlich nicht an der Methode. Es liegt vielmehr an der Forschungslandschaft in der Bundesrepublik Deutschland, die langfristigen Projekten der ökologischen Freilandforschung und Umweltbeobachtung noch immer einen viel zu geringen Stellenwert einräumt. Der durch fehlende Strukturen und Kapazitäten in diesem Bereich bedingte Mangel an praxisrelevanten Forschungsergebnissen liefert so paradoxerweise das Hauptargument gegen die Beringungsmethode.
Ein Teufelskreis, der unbedingt durchbrochen werden muss, bevor die wichtigsten Grundelemente des Hiddensee-Beringungswesens, die Gemeinschaft von 300 ehrenamtlichen Vogelberingern und ihre Beringungszentrale, mit unredlichen Argumenten zerstört werden. Neben den verhängnisvollen Folgen für künftige flächendeckende Datenerhebungen würde das auch den Verlust einer ebenso traditionsreichen wie leistungsfähigen wissenschaftlichen Institution in Ostdeutschland bedeuten. Es ist deshalb höchste Zeit, eine unabhängige Körperschaft zu bilden, die die Anwendung der Beringungsmethode und insbesondere die wissenschaftliche Auswertung von Beringungsergebnissen gezielt fördert und anhand der gewonnenen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit die einzigartige Bedeutung dieser Methode verdeutlicht - also auch Lobbyarbeit leistet!
ProRing soll dagegen nicht Verantwortlichkeiten übernehmen, zu denen sich die Obersten Naturschutzbehörden der Länder bereits bekannt haben. Vielmehr will der Verein in Politik und Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür stärken, dass Beringungsergebnisse sensible Umweltinformationen sind, die der Gesellschaft uneingeschränkt zur Verfügung stehen müssen und nicht in die Hände von Interessengruppen gehören.

Welche konkreten Aufgaben hat ProRing?

  • Wissenschaftliche Forschungen für den Natur- und Umweltschutz als gemeinnützigen Zweck fördern.
  • Befähigten Personen durch Finanzierungshilfen und Bereitstellung von materiellen Rahmenbedingungen die Möglichkeit zur unabhängigen Forschungsarbeit mit Beringungsergebnissen zu geben und zu diesem Zweck mit anderen Institutionen zusammenzuarbeiten.
  • Die Beringungsmethode durch ständige Präsenz ihrer Akteure, ihrer Projekte und ihrer Ergebnisse in den Medien (Presse, Funk, Fernsehen, Internet) in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und der Politik zu rücken.
  • Politische Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Beringungsmethode ein gebührender Platz als unverzichtbare Methode der ökologischen Umweltbeobachtung, u.a. bei der Erfüllung der Berichtspflichten im Rahmen Natura 2000, eingeräumt wird.
  • Die Arbeit der Beringer und der Beringungszentrale Hiddensee ideell und materiell zu unterstützen.
  • Für diese Zwecke finanzielle Mittel einzuwerben, darunter auch von Sponsoren, die sich dem Umweltgedanken und der Umweltforschung verpflichtet fühlen.


Wer kann Mitglied werden und was kostet das?

Mitglied von ProRing können alle natürlichen Personen, d.h. alle Bürger unabhängig von ihrem Wohnort und ihrer Nationalität werden, aber auch juristische Personen, also Vereine, Verbände, Behörden, Institute usw. Der normale Mitgliedsbeitrag wird 20,- € / Jahr betragen. Über eine Staffelung der Beiträge wird die Mitgliederversammlung entscheiden.

Was bietet ProRing seinen Mitgliedern?

  • Den kostenlosen Bezug der Zeitschrift "Hiddensee Ring Report", die umfassend und detailliert über die Vogelberingung in Ostdeutschland und darüber hinaus berichten wird.
  • Die kostenlose Präsentation von Projekten, Ergebnissen, Erfahrungen und Problemen von Beringern, Wissenschaftlern und Naturschützern in der Zeitschrift und auf der Internetseite des Vereins.
  • Unablässiges Engagement dafür, dass die Vogelberinger als ehrenamtliche Partner der ornithologischen Forschung und aktive Vermittler des Naturschutzgedankens vor Ort, auch künftig eine hohe Wertschätzung durch die Gesellschaft genießen.


Wie gestaltet sich die Vereinsarbeit?

ProRing soll und kann nicht in Konkurrenz treten zu den im Bereich der Vogelkunde und des Vogelschutzes bereits tätigen Vereinen. ProRing wird sich vielmehr speziell der Methode Vogelberingung als einer für die Arbeit aller dieser Vereine unabdingbaren Seite praktischer ornithologischer Tätigkeit widmen. Der Aufruf zur Mitarbeit richtet sich damit auch an Personen, die bereits ornithologischen und/oder Naturschutzverbänden angehören. Ein vergleichsweise geringer Jahresbeitrag und eine auf das Notwendige reduzierte Inanspruchnahme der Mitglieder durch zentrale Veranstaltungen soll allen interessierten Ornithologen die Mitgliedschaft ermöglichen. Neben der jährlichen Mitgliederversammlung wird ProRing in Zusammenarbeit mit den ornithologischen Landesverbänden thematische Veranstaltungen rund um die Vogelberingung organisieren. Für die dezentrale Vereinsarbeit sind Initiativen aller Mitglieder, z.B. in Sachen Pressearbeit oder Internet-Präsentation, sehr gefragt.

Wie soll die Vereinsarbeit finanziert werden?

Die wichtigsten Säulen des Finanzkonzepts sind:

  • Mitgliedsbeiträge und Spenden
  • Fördermittel von staatlichen und nichtstaatlichen Stellen (Umweltbehörden der Länder, Umweltstiftungen)
  • Projektfördermittel für definierte wissenschaftliche Vorhaben (DO-G, DFG)
  • Zuwendungen aufgrund inhaltlicher Ausrichtung und Gemeinnützigkeit des Vereins (Bußgelder, Lottomittel)


Eine Voraussetzung für das finanzielle Funktionieren des Vereins ist eine möglichst große Zahl von Mitgliedern. Dies weniger wegen der Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, sondern vielmehr deshalb, weil viele Mitglieder auch viele persönliche Kontakte auf lokaler und regionaler Ebene nutzen können, um die Ziele des Vereins potentiellen Multiplikatoren und Geldgebern (Gemeinden, Verbänden, Firmen, Medien, Privatpersonen) vorzustellen.

Gez.: Die Gründungsmitglieder
Dr. Beatrix Wuntke (Schenkenberg / Brandenburg), Berit George (Bernburg / Sachsen-Anhalt), Siegfried Krüger (Hoyerswerda / Sachsen), Klaus George (Badeborn / Sachsen-Anhalt), Thomas Suckow (Magdeburg / Sachsen-Anhalt), Dr. Harald Dorsch (Rohrbach / Sachsen), Dr. Andreas Goedecke (Reifenstein / Thüringen) und Dr. Ulrich Köppen (Greifswald / Mecklenburg-Vorpommern).

Mitgliedschaft ProRing e.V.

Mitgliedsantrag ProRing e.V. Mitgliedsantrag ProRing e.V. (24,6 kB)

Mitteilung zum IMS-Programm

Liebe Beringerkollegen, mit dem Jahr 2002 liegen nun aus dem Bereich der Beringungszentrale Hiddensee Ergebnisse von sechs Fangperioden im "Integrierten Monitoring von Singvogelpopulationen" vor. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der aktiven Fangplätze in den ostdeutschen Bundesländern von sieben auf nunmehr zweiundzwanzig an, allein im Jahre 2002 kamen vier Fangplätze neu hinzu. Das ist eine sehr positive Bilanz für die ersten sechs Jahre! Allen Beteiligten, den "alten Hasen" wie auch den Neueinsteigern, sei an dieser Stelle sehr herzlich für ihr Engagement im IMS gedankt!