Beringung und Monitoring

Gemäß Satzung gehört die Förderung der wissenschaftlichen Vogelberingung zu den Zielen des Vereins sächsischer Ornithologen. Ein zunehmend wichtiges Arbeitsfeld, auch hinsichtlich naturschutzfachlicher Fragestellungen, wird künftig die Beteiligung an Monitoringprogrammen zur Bestandsüberwachung der wildlebenden Vogelarten im Freistaat sein.

3. ProRing-Seminar in Osterode

Am 12. und 13. September 2009 findet zum dritten Mal das ProRing-Seminar in Osterode/Harz statt. Einzelheiten sind dem pdf zu entnehmen.

Farbmarkierte Graugänse - Bitte um Mitarbeit

Hallo allerseits,

nach zusammen 172 beringten Graugänsen in den vergangenen zwei Jahren wurden auf der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) im Mai und Juni 2009 erneut 126 Gänse mit Halsbändern markiert. Der Großteil der Vögel wurde erneut am Mauserplatz Nonnensee bei Bergen/Rügen gefangen. Erstmalig konnten zudem mehrere Vögel an einem neu entdeckten Mauserplatz auf Nordrügen(>200 Mausergäste im Jahr 2009) beringt werden. Die Beringung erfolgte in diesem Jahr erneut mit gelben Halsbändern (Buchstaben „S" und „F" sowie um 270° gedreht 2 Zahlen). Fang und Markierung erfolgte erneut durch Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz Rügen mit zeitweiser Unterstützung durch das IZW Berlin (Norbert Kenntner u.a.), das an einem Teil der Vögel wieder Untersuchungen zur Bleischrotbelastung durchführte.

Neben wenigen Vögeln der lokalen Brutpopulation wurden auch in diesem Jahr ganz überwiegend mausernde Nichtbrüter markiert. Ziel der Untersuchungen ist es, v.a. die geographische Herkunft und das Zugverhalten der zahlreichen Mausergäste zu ermitteln. Mit etwa 2300 Graugänsen im Juni 2009 ist der Nonnensee Bergen aktuell der größte Graugans-Mauserplatz in Mecklenburg-Vorpommern und einer der wichtigsten Mauserplätze in ganz Deutschland.

Die in den Vorjahren beringten Vögel haben mittlerweile Rückmeldungen aus insgesamt 11 Ländern in Europa erbracht. Wiederfunde in Spanien, Frankreich, den Niederlanden sowie aus Italien, Ungarn und Österreich deuten darauf hin, dass die Mauservögel sowohl zur nordwesteuropäischen als auch zur zentraleuropäischen Population gehören. Innerhalb Deutschlands gelangen bislang Funde in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Brutzeitfeststellungen und einzelne Brutnachweise markierter Vögel weisen auf ein relativ großes Einzugsgebiet der Mausergäste hin, dass insbesondere große Teile Nordostdeutschlands sowie Polen östlich bis zur Narev umfasst.

Erstmalig konnte in diesem Jahr auch ein Austausch mit weiteren Mauserplätzen in Ostdeutschland dokumentiert werden. Einzelne Vögel wurden auf Nordrügen, an der Müritz sowie an den Altfriedländer Teichen festgestellt.

Der Großteil der Mausergäste und auch die Mehrzahl der Ringvögel hat in den letzten Wochen das Mausergewässer wieder verlassen, sodass die markierten Gänse jetzt auch an anderen Rastplätzen zu erwarten sind.

Wir möchten Sie daher bitten, insbesondere an den Graugans-Rastplätzen in

Nord- und Ostdeutschland auf Graugänse mit gelben Halsbändern und den Großbuchstaben N, H, S und F zu achten. Auch Mitteilungen von Gänsen, bei denen der Code nicht abgelesen werden konnte, sind von Interesse.

Neben allgemeinen Angaben zur Ablesung würden wir uns auch über zusätzliche Angaben wie Rasthabitat, Truppgröße und sozialen Status der Vögel (verpaart/unverpaart, Anzahl Jungvögel etc.) sehr freuen.

Ablesungen können entweder über die Internet-Adresse

www.geese.org

oder über die unten angegebene Kontaktadresse gemeldet werden. Jedem Ableser wird selbstverständlich die Lebensgeschichte seiner Gänse übersandt.

 

Im Voraus schon vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Mit besten Grüssen

Thomas Heinicke

1. Internationales Beringercamp in Kirgisien

Die Beringungsaktion findet für eine Woche im Naturschutzgebiet "Orchideenwiese" statt. Zwei Wochen finden in Form einer Expedition statt und führen in eine ornithologisch völlig unerforschte Hochgebirgskette am Rande der chinesischen Grenze. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem pdf-Dokument.

ProRing e.V.: Aufruf zur Mitarbeit!

ProRing "Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung."

Am 27. April 2002 fand in Magdeburg die Gründungsversammlung von ProRing "Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung" statt. Mit diesem Informationsblatt möchten wir, die Gründungsmitglieder, die Ziele, die konkreten Aufgaben und die Arbeitsweise des Vereins vorstellen und zur Mitarbeit aufrufen.

Weshalb ein Förderverein für die Vogelberingung ?
Die wissenschaftliche Vogelberingung ist als Methode der ornithologisch-ökologischen Forschung und Umweltbeobachtung unersetzbar. Mit dem Hiddensee-Beringungswesen haben sich in Ostdeutschland stabile, zuverlässig funktionierende Strukturen entwickelt, die für die Anwendung der Beringungsmethode gegenwärtig und künftig unentbehrlich sind. Heute, nach 38 Jahren erfolgreicher Arbeit, können nun aber die öffentlichen Hände der beteiligten Bundesländer die vergleichsweise geringen Finanzmittel, die für den Erhalt dieses Beringungswesens jährlich benötigt werden, angeblich nicht mehr aufbringen. Bei ihren Bemühungen, die staatliche Finanzierung und damit auch den öffentlich-rechtlichen Status des Beringungswesens zu bewahren, haben die Beringer und die Beringungszentrale aber leider keine starke Lobby in der Öffentlichkeit. Dies auch deshalb, weil die umfangreichen Möglichkeiten, die die Beringungsmethode der Naturschutzforschung objektiv bietet, heute bei weitem nicht ausgeschöpft werden.
Das liegt aber natürlich nicht an der Methode. Es liegt vielmehr an der Forschungslandschaft in der Bundesrepublik Deutschland, die langfristigen Projekten der ökologischen Freilandforschung und Umweltbeobachtung noch immer einen viel zu geringen Stellenwert einräumt. Der durch fehlende Strukturen und Kapazitäten in diesem Bereich bedingte Mangel an praxisrelevanten Forschungsergebnissen liefert so paradoxerweise das Hauptargument gegen die Beringungsmethode.
Ein Teufelskreis, der unbedingt durchbrochen werden muss, bevor die wichtigsten Grundelemente des Hiddensee-Beringungswesens, die Gemeinschaft von 300 ehrenamtlichen Vogelberingern und ihre Beringungszentrale, mit unredlichen Argumenten zerstört werden. Neben den verhängnisvollen Folgen für künftige flächendeckende Datenerhebungen würde das auch den Verlust einer ebenso traditionsreichen wie leistungsfähigen wissenschaftlichen Institution in Ostdeutschland bedeuten. Es ist deshalb höchste Zeit, eine unabhängige Körperschaft zu bilden, die die Anwendung der Beringungsmethode und insbesondere die wissenschaftliche Auswertung von Beringungsergebnissen gezielt fördert und anhand der gewonnenen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit die einzigartige Bedeutung dieser Methode verdeutlicht - also auch Lobbyarbeit leistet!
ProRing soll dagegen nicht Verantwortlichkeiten übernehmen, zu denen sich die Obersten Naturschutzbehörden der Länder bereits bekannt haben. Vielmehr will der Verein in Politik und Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür stärken, dass Beringungsergebnisse sensible Umweltinformationen sind, die der Gesellschaft uneingeschränkt zur Verfügung stehen müssen und nicht in die Hände von Interessengruppen gehören.

Welche konkreten Aufgaben hat ProRing?
  • Wissenschaftliche Forschungen für den Natur- und Umweltschutz als gemeinnützigen Zweck fördern.
  • Befähigten Personen durch Finanzierungshilfen und Bereitstellung von materiellen Rahmenbedingungen die Möglichkeit zur unabhängigen Forschungsarbeit mit Beringungsergebnissen zu geben und zu diesem Zweck mit anderen Institutionen zusammenzuarbeiten.
  • Die Beringungsmethode durch ständige Präsenz ihrer Akteure, ihrer Projekte und ihrer Ergebnisse in den Medien (Presse, Funk, Fernsehen, Internet) in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und der Politik zu rücken.
  • Politische Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Beringungsmethode ein gebührender Platz als unverzichtbare Methode der ökologischen Umweltbeobachtung, u.a. bei der Erfüllung der Berichtspflichten im Rahmen Natura 2000, eingeräumt wird.
  • Die Arbeit der Beringer und der Beringungszentrale Hiddensee ideell und materiell zu unterstützen.
  • Für diese Zwecke finanzielle Mittel einzuwerben, darunter auch von Sponsoren, die sich dem Umweltgedanken und der Umweltforschung verpflichtet fühlen.

Wer kann Mitglied werden und was kostet das?

Mitglied von ProRing können alle natürlichen Personen, d.h. alle Bürger unabhängig von ihrem Wohnort und ihrer Nationalität werden, aber auch juristische Personen, also Vereine, Verbände, Behörden, Institute usw. Der normale Mitgliedsbeitrag wird 20,- € / Jahr betragen. Über eine Staffelung der Beiträge wird die Mitgliederversammlung entscheiden.

Was bietet ProRing seinen Mitgliedern?
  • Den kostenlosen Bezug der Zeitschrift "Hiddensee Ring Report", die umfassend und detailliert über die Vogelberingung in Ostdeutschland und darüber hinaus berichten wird.
  • Die kostenlose Präsentation von Projekten, Ergebnissen, Erfahrungen und Problemen von Beringern, Wissenschaftlern und Naturschützern in der Zeitschrift und auf der Internetseite des Vereins.
  • Unablässiges Engagement dafür, dass die Vogelberinger als ehrenamtliche Partner der ornithologischen Forschung und aktive Vermittler des Naturschutzgedankens vor Ort, auch künftig eine hohe Wertschätzung durch die Gesellschaft genießen.

Wie gestaltet sich die Vereinsarbeit?

ProRing soll und kann nicht in Konkurrenz treten zu den im Bereich der Vogelkunde und des Vogelschutzes bereits tätigen Vereinen. ProRing wird sich vielmehr speziell der Methode Vogelberingung als einer für die Arbeit aller dieser Vereine unabdingbaren Seite praktischer ornithologischer Tätigkeit widmen. Der Aufruf zur Mitarbeit richtet sich damit auch an Personen, die bereits ornithologischen und/oder Naturschutzverbänden angehören. Ein vergleichsweise geringer Jahresbeitrag und eine auf das Notwendige reduzierte Inanspruchnahme der Mitglieder durch zentrale Veranstaltungen soll allen interessierten Ornithologen die Mitgliedschaft ermöglichen. Neben der jährlichen Mitgliederversammlung wird ProRing in Zusammenarbeit mit den ornithologischen Landesverbänden thematische Veranstaltungen rund um die Vogelberingung organisieren. Für die dezentrale Vereinsarbeit sind Initiativen aller Mitglieder, z.B. in Sachen Pressearbeit oder Internet-Präsentation, sehr gefragt.

Wie soll die Vereinsarbeit finanziert werden?

Die wichtigsten Säulen des Finanzkonzepts sind:
  • Mitgliedsbeiträge und Spenden
  • Fördermittel von staatlichen und nichtstaatlichen Stellen (Umweltbehörden der Länder, Umweltstiftungen)
  • Projektfördermittel für definierte wissenschaftliche Vorhaben (DO-G, DFG)
  • Zuwendungen aufgrund inhaltlicher Ausrichtung und Gemeinnützigkeit des Vereins (Bußgelder, Lottomittel)

Eine Voraussetzung für das finanzielle Funktionieren des Vereins ist eine möglichst große Zahl von Mitgliedern. Dies weniger wegen der Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, sondern vielmehr deshalb, weil viele Mitglieder auch viele persönliche Kontakte auf lokaler und regionaler Ebene nutzen können, um die Ziele des Vereins potentiellen Multiplikatoren und Geldgebern (Gemeinden, Verbänden, Firmen, Medien, Privatpersonen) vorzustellen.

Gez.: Die Gründungsmitglieder
Dr. Beatrix Wuntke (Schenkenberg / Brandenburg), Berit George (Bernburg / Sachsen-Anhalt), Siegfried Krüger (Hoyerswerda / Sachsen), Klaus George (Badeborn / Sachsen-Anhalt), Thomas Suckow (Magdeburg / Sachsen-Anhalt), Dr. Harald Dorsch (Rohrbach / Sachsen), Dr. Andreas Goedecke (Reifenstein / Thüringen) und Dr. Ulrich Köppen (Greifswald / Mecklenburg-Vorpommern).

Mitgliedschaft ProRing e.V.

Mitgliedsantrag ProRing e.V. Mitgliedsantrag ProRing e.V. (24,0 kB)

Mitteilung zum IMS-Programm

Liebe Beringerkollegen, mit dem Jahr 2002 liegen nun aus dem Bereich der Beringungszentrale Hiddensee Ergebnisse von sechs Fangperioden im "Integrierten Monitoring von Singvogelpopulationen" vor. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der aktiven Fangplätze in den ostdeutschen Bundesländern von sieben auf nunmehr zweiundzwanzig an, allein im Jahre 2002 kamen vier Fangplätze neu hinzu. Das ist eine sehr positive Bilanz für die ersten sechs Jahre! Allen Beteiligten, den "alten Hasen" wie auch den Neueinsteigern, sei an dieser Stelle sehr herzlich für ihr Engagement im IMS gedankt!

Bericht zum Integrierten Singvogelmonitoring

Bericht IMS Bericht IMS (156,5 kB)

Überregionale Monitoring-Projekte in Deutschland

In Deutschland gibt es eine Reihe von Monitoring-Projekten, die vom Engagement ehrenamtlich tätiger Spezialisten getragen werden. Die wichtigsten bundesweiten Vorhaben sind nachfolgend kurz erläutert. Jeder, der Interesse an der Mitarbeit an einem dieser Programme hat, kann sich direkt bei den Koordinatoren melden oder aber beim Vorstand des VSO. Dort gibt es bei Bedarf weitere Informationen.

Monitoring Greifvögel und Eulen. Dieses Projekt startete bereits 1988 am Institut für Zoologie der Universität Halle (Saale). Wer sich beteiligen möchte, sollte eine oder mehrere Greifvogel- oder Eulenarten auf einer größeren Kontrollfläche jährlich untersuchen. Von Interesse sind dabei sowohl Angaben über den Brutbestand als auch die Feststellung des Bruterfolges. Die Ergebnisse werden in einem jährlichen Bericht zusammengestellt, der jedem Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung steht. An diesem Programm sind inzwischen mehrere europäische Länder beteiligt. Weitere Informationen sind auf der Homepage http://www.greifvogelmonitoring.de zu finden. Literatur zum weiterlesen: Stubbe, M., Mammen, U. & Gedeon, K. (1996): Das Monitoring-Programm Greifvögel und Eulen. Vogelwelt 117: 261-267 oder Mammen, U. (1998): Zentrale Datenbank für Greifvögel und Eulen. Der Falke 45: 164-169. Ansprechpartner:
Ubbo Mammen.

Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen. Im Jahr 1999 wurde von den drei deutschen Vogelwarten das neue Projekt "Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen" (IMS) gestartet. Dahinter verbirgt sich ein standardisiertes Erfassungsprogramm für Beringer, das sich methodisch an das sogenannte "Constant-Effort-Site"-Verfahren aus Großbritannien anlehnt. Speziell ausgebildete und geprüfte Beringer errichten Netzstandorte, an den alljährlich nach einem strengen Zeitregime Vögel gefangen und beringt werden. Auf Basis der so gewonnenen Daten lassen sich nicht nur Rückschlüsse auf Bestandsveränderungen ziehen, sondern auch Hinweise zum Reproduktionserfolg und den Überlebensraten der einzelnen Arten. Literatur zum weiterlesen: Bairlein, F., Bauer, H.-G. &. Dorsch, H. (2000): Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen. Vogelwelt 121: 217-232 oder Bairlein, F. (2000): Nicht nur Köpfe zählen. Integriertes Monitoring als Grundlage für einen effektiven Vogelschutz. Vogelschutz 3: 28-31. Ansprechpartner:
Dr. Harald Dorsch.

Internationale Wasservogelzählung. Die Zentrale für Wasservogelforschung im Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) fasst die Ergebnisse der jährlichen Zählungen der Wasservogelarten in Deutschland zusammen. In den neuen Bundesländern laufen dabei die Informationen zunächst im Förderverein für Wasservogelökologie und Feuchtgebietsschutz e.V. zusammen, der sich als Nachfolger der Forschungsstelle für Ökologie der Wasservögel und Feuchtgebiete der Universität Potsdam konstituiert hat. Die Zuarbeit in den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich organisiert. In Sachsen werden die Zählungen je nach Region vom Landesbund Sächsischer Heimatschutz, vom VSO und vom NABU durchgeführt. Die Erfassungsmethodik ist recht einfach. Zu ganz bestimmten Terminen wird die Anzahl der Wasservögel auf bestimmten Zählstrecken erfasst und die Ergebnisse werden auf standardisierten Zählbögen festgehalten. Die Wasservogelzählung ist eines der ältesten internationalen Monitoringprogramme überhaupt. Literatur zum weiterlesen: Sudfeldt, C., Anthes, N. & Wahl, J. (2000): Stand und Perspektive des Wasservogelmonitorings in Deutschland. Vogelwelt 121: 307-317 oder Frey, T. & Naacke, J. (2001): Auswertung von Daten der periodischen Wasservogelzählungen 1983 bis 2000. Möglichkeiten am Beispiel der Länder Brandenburg und Berlin. Nat.-schutz Landschaftspflege Brandenburg 10 (4): 140-153. Ansprechpartner:
Dr. Christoph Sudfeldt.

DDA-Monitoring häufiger Brutvogelarten. Diese Programm befasst sich mit Siedlungsdichteuntersuchungen auf ausgewählten Probeflächen und in unterschiedlichen Lebensräumen. Dabei wird nach unterschiedlichen methodischen Ansätzen verfahren. Im Rahmen von Revierkartierungen wird der gesamte Bestand an revierhaltenden Vögeln auf einer Kontrollfläche erfasst. Dieses Verfahren ist sehr aufwendig und erfordert viel Zeit und Erfahrung. Einfacher sind die sogenannten Punkt-Stopp-Zählungen, bei denen Zählungen und Begehungen nach streng standardisierten Vorgaben erfolgen. Die Beteiligung in den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich. Während zum Beispiel in Brandenburg zahlreiche Flächen bzw. Routen bearbeitet werden, ist das Engagement in Sachsen noch sehr gering. Literatur zum weiterlesen: Flade, M. & Schwarz, J. (1996): Stand und Ergebnisse des DDA-Monitorprogramms. Vogelwelt 113: 210-222 oder Schwarz, J. & Flade, M. (2000): Bericht über das DDA-Monitorprogramm häufiger deutscher Brutvogelarten. Zeitraum 1989-1999. Ansprechpartner:
Dr. Martin Flade.

DDA-Monitoring seltener Brutvogelarten Zu wirklich seltenen Brutvogelarten gibt es oftmals sehr genaue Bestandszählungen oder sehr zuverlässige Schätzungen. In diesen Fällen muß man nicht auf Probeflächenerfassungen und Hochrechnungen zurückgreifen, sondern kann auf die genauen Datensammlungen von Spezialistengruppen bzw. der Vogelschutzwarten der Bundesländer zurückgreifen. Der DDA bemüht sich um eine möglich vollständige Zusammenstellung der verfügbaren Informationen und publiziert die Ergebnisse in entsprechenden Berichten. Literatur zum weiterlesen: Mädlow, W. & Model, N. (2000): Vorkommen und Bestand seltener Brutvogelarten in Deutschland 1995/96. Ansprechpartner:
Martin Boschert.

Neben den hier genannten Projekten gibt es noch zahlreiche spezielle Programme auf Ebene der Bundesländer. Diese werden entweder durch Verbände getragen oder durch zuständige Behörden (z.B. Staatlichen Vogelschutzwarten oder Landesämter). Auch zu einzelnen Arten gibt es bundesweite oder überregionale Spezialistengruppen (z.B. Weißstorch, Wanderfalke, Kranich), die sich sowohl mit dem Schutz als auch mit der Bestandsüberwachung der jeweiligen Art befassen. Engagierte Mitarbeiter sind in allen ehrenamtlich organisierten Arbeitsgruppen stets willkommen.

DDA-Monitoring

Für die Punkt-Stopp-Zählung des DDA stehen pdf-Dateien zur Verfügung.
Monitoring-Seite des DDA
Alternativ kann auch eine excel-Tabelle verwendet werden. Bitte ausgefüllte Excel-Tabellen unbedingt auch in Papierform abgeben; wenn irgend möglich, doppelseitig ausgedruckt (Vorder- u. Rückseite), damit die Daten nicht durcheinander geraten können.
Seite zuletzt geändert: 16.03.2010 11:39

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Beringung und Monitoring

Gemäß Satzung gehört die Förderung der wissenschaftlichen Vogelberingung zu den Zielen des Vereins sächsischer Ornithologen. Ein zunehmend wichtiges Arbeitsfeld, auch hinsichtlich naturschutzfachlicher Fragestellungen, wird künftig die Beteiligung an Monitoringprogrammen zur Bestandsüberwachung der wildlebenden Vogelarten im Freistaat sein.

3. ProRing-Seminar in Osterode

Am 12. und 13. September 2009 findet zum dritten Mal das ProRing-Seminar in Osterode/Harz statt. Einzelheiten sind dem pdf zu entnehmen.

Farbmarkierte Graugänse - Bitte um Mitarbeit

Hallo allerseits,

nach zusammen 172 beringten Graugänsen in den vergangenen zwei Jahren wurden auf der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) im Mai und Juni 2009 erneut 126 Gänse mit Halsbändern markiert. Der Großteil der Vögel wurde erneut am Mauserplatz Nonnensee bei Bergen/Rügen gefangen. Erstmalig konnten zudem mehrere Vögel an einem neu entdeckten Mauserplatz auf Nordrügen(>200 Mausergäste im Jahr 2009) beringt werden. Die Beringung erfolgte in diesem Jahr erneut mit gelben Halsbändern (Buchstaben „S" und „F" sowie um 270° gedreht 2 Zahlen). Fang und Markierung erfolgte erneut durch Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz Rügen mit zeitweiser Unterstützung durch das IZW Berlin (Norbert Kenntner u.a.), das an einem Teil der Vögel wieder Untersuchungen zur Bleischrotbelastung durchführte.

Neben wenigen Vögeln der lokalen Brutpopulation wurden auch in diesem Jahr ganz überwiegend mausernde Nichtbrüter markiert. Ziel der Untersuchungen ist es, v.a. die geographische Herkunft und das Zugverhalten der zahlreichen Mausergäste zu ermitteln. Mit etwa 2300 Graugänsen im Juni 2009 ist der Nonnensee Bergen aktuell der größte Graugans-Mauserplatz in Mecklenburg-Vorpommern und einer der wichtigsten Mauserplätze in ganz Deutschland.

Die in den Vorjahren beringten Vögel haben mittlerweile Rückmeldungen aus insgesamt 11 Ländern in Europa erbracht. Wiederfunde in Spanien, Frankreich, den Niederlanden sowie aus Italien, Ungarn und Österreich deuten darauf hin, dass die Mauservögel sowohl zur nordwesteuropäischen als auch zur zentraleuropäischen Population gehören. Innerhalb Deutschlands gelangen bislang Funde in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Brutzeitfeststellungen und einzelne Brutnachweise markierter Vögel weisen auf ein relativ großes Einzugsgebiet der Mausergäste hin, dass insbesondere große Teile Nordostdeutschlands sowie Polen östlich bis zur Narev umfasst.

Erstmalig konnte in diesem Jahr auch ein Austausch mit weiteren Mauserplätzen in Ostdeutschland dokumentiert werden. Einzelne Vögel wurden auf Nordrügen, an der Müritz sowie an den Altfriedländer Teichen festgestellt.

Der Großteil der Mausergäste und auch die Mehrzahl der Ringvögel hat in den letzten Wochen das Mausergewässer wieder verlassen, sodass die markierten Gänse jetzt auch an anderen Rastplätzen zu erwarten sind.

Wir möchten Sie daher bitten, insbesondere an den Graugans-Rastplätzen in

Nord- und Ostdeutschland auf Graugänse mit gelben Halsbändern und den Großbuchstaben N, H, S und F zu achten. Auch Mitteilungen von Gänsen, bei denen der Code nicht abgelesen werden konnte, sind von Interesse.

Neben allgemeinen Angaben zur Ablesung würden wir uns auch über zusätzliche Angaben wie Rasthabitat, Truppgröße und sozialen Status der Vögel (verpaart/unverpaart, Anzahl Jungvögel etc.) sehr freuen.

Ablesungen können entweder über die Internet-Adresse

www.geese.org

oder über die unten angegebene Kontaktadresse gemeldet werden. Jedem Ableser wird selbstverständlich die Lebensgeschichte seiner Gänse übersandt.

 

Im Voraus schon vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Mit besten Grüssen

Thomas Heinicke

1. Internationales Beringercamp in Kirgisien

Die Beringungsaktion findet für eine Woche im Naturschutzgebiet "Orchideenwiese" statt. Zwei Wochen finden in Form einer Expedition statt und führen in eine ornithologisch völlig unerforschte Hochgebirgskette am Rande der chinesischen Grenze. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem pdf-Dokument.

ProRing e.V.: Aufruf zur Mitarbeit!

ProRing "Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung."

Am 27. April 2002 fand in Magdeburg die Gründungsversammlung von ProRing "Verein der Freunde und Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung" statt. Mit diesem Informationsblatt möchten wir, die Gründungsmitglieder, die Ziele, die konkreten Aufgaben und die Arbeitsweise des Vereins vorstellen und zur Mitarbeit aufrufen.

Weshalb ein Förderverein für die Vogelberingung ?
Die wissenschaftliche Vogelberingung ist als Methode der ornithologisch-ökologischen Forschung und Umweltbeobachtung unersetzbar. Mit dem Hiddensee-Beringungswesen haben sich in Ostdeutschland stabile, zuverlässig funktionierende Strukturen entwickelt, die für die Anwendung der Beringungsmethode gegenwärtig und künftig unentbehrlich sind. Heute, nach 38 Jahren erfolgreicher Arbeit, können nun aber die öffentlichen Hände der beteiligten Bundesländer die vergleichsweise geringen Finanzmittel, die für den Erhalt dieses Beringungswesens jährlich benötigt werden, angeblich nicht mehr aufbringen. Bei ihren Bemühungen, die staatliche Finanzierung und damit auch den öffentlich-rechtlichen Status des Beringungswesens zu bewahren, haben die Beringer und die Beringungszentrale aber leider keine starke Lobby in der Öffentlichkeit. Dies auch deshalb, weil die umfangreichen Möglichkeiten, die die Beringungsmethode der Naturschutzforschung objektiv bietet, heute bei weitem nicht ausgeschöpft werden.
Das liegt aber natürlich nicht an der Methode. Es liegt vielmehr an der Forschungslandschaft in der Bundesrepublik Deutschland, die langfristigen Projekten der ökologischen Freilandforschung und Umweltbeobachtung noch immer einen viel zu geringen Stellenwert einräumt. Der durch fehlende Strukturen und Kapazitäten in diesem Bereich bedingte Mangel an praxisrelevanten Forschungsergebnissen liefert so paradoxerweise das Hauptargument gegen die Beringungsmethode.
Ein Teufelskreis, der unbedingt durchbrochen werden muss, bevor die wichtigsten Grundelemente des Hiddensee-Beringungswesens, die Gemeinschaft von 300 ehrenamtlichen Vogelberingern und ihre Beringungszentrale, mit unredlichen Argumenten zerstört werden. Neben den verhängnisvollen Folgen für künftige flächendeckende Datenerhebungen würde das auch den Verlust einer ebenso traditionsreichen wie leistungsfähigen wissenschaftlichen Institution in Ostdeutschland bedeuten. Es ist deshalb höchste Zeit, eine unabhängige Körperschaft zu bilden, die die Anwendung der Beringungsmethode und insbesondere die wissenschaftliche Auswertung von Beringungsergebnissen gezielt fördert und anhand der gewonnenen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit die einzigartige Bedeutung dieser Methode verdeutlicht - also auch Lobbyarbeit leistet!
ProRing soll dagegen nicht Verantwortlichkeiten übernehmen, zu denen sich die Obersten Naturschutzbehörden der Länder bereits bekannt haben. Vielmehr will der Verein in Politik und Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür stärken, dass Beringungsergebnisse sensible Umweltinformationen sind, die der Gesellschaft uneingeschränkt zur Verfügung stehen müssen und nicht in die Hände von Interessengruppen gehören.

Welche konkreten Aufgaben hat ProRing?
  • Wissenschaftliche Forschungen für den Natur- und Umweltschutz als gemeinnützigen Zweck fördern.
  • Befähigten Personen durch Finanzierungshilfen und Bereitstellung von materiellen Rahmenbedingungen die Möglichkeit zur unabhängigen Forschungsarbeit mit Beringungsergebnissen zu geben und zu diesem Zweck mit anderen Institutionen zusammenzuarbeiten.
  • Die Beringungsmethode durch ständige Präsenz ihrer Akteure, ihrer Projekte und ihrer Ergebnisse in den Medien (Presse, Funk, Fernsehen, Internet) in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und der Politik zu rücken.
  • Politische Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Beringungsmethode ein gebührender Platz als unverzichtbare Methode der ökologischen Umweltbeobachtung, u.a. bei der Erfüllung der Berichtspflichten im Rahmen Natura 2000, eingeräumt wird.
  • Die Arbeit der Beringer und der Beringungszentrale Hiddensee ideell und materiell zu unterstützen.
  • Für diese Zwecke finanzielle Mittel einzuwerben, darunter auch von Sponsoren, die sich dem Umweltgedanken und der Umweltforschung verpflichtet fühlen.

Wer kann Mitglied werden und was kostet das?

Mitglied von ProRing können alle natürlichen Personen, d.h. alle Bürger unabhängig von ihrem Wohnort und ihrer Nationalität werden, aber auch juristische Personen, also Vereine, Verbände, Behörden, Institute usw. Der normale Mitgliedsbeitrag wird 20,- € / Jahr betragen. Über eine Staffelung der Beiträge wird die Mitgliederversammlung entscheiden.

Was bietet ProRing seinen Mitgliedern?
  • Den kostenlosen Bezug der Zeitschrift "Hiddensee Ring Report", die umfassend und detailliert über die Vogelberingung in Ostdeutschland und darüber hinaus berichten wird.
  • Die kostenlose Präsentation von Projekten, Ergebnissen, Erfahrungen und Problemen von Beringern, Wissenschaftlern und Naturschützern in der Zeitschrift und auf der Internetseite des Vereins.
  • Unablässiges Engagement dafür, dass die Vogelberinger als ehrenamtliche Partner der ornithologischen Forschung und aktive Vermittler des Naturschutzgedankens vor Ort, auch künftig eine hohe Wertschätzung durch die Gesellschaft genießen.

Wie gestaltet sich die Vereinsarbeit?

ProRing soll und kann nicht in Konkurrenz treten zu den im Bereich der Vogelkunde und des Vogelschutzes bereits tätigen Vereinen. ProRing wird sich vielmehr speziell der Methode Vogelberingung als einer für die Arbeit aller dieser Vereine unabdingbaren Seite praktischer ornithologischer Tätigkeit widmen. Der Aufruf zur Mitarbeit richtet sich damit auch an Personen, die bereits ornithologischen und/oder Naturschutzverbänden angehören. Ein vergleichsweise geringer Jahresbeitrag und eine auf das Notwendige reduzierte Inanspruchnahme der Mitglieder durch zentrale Veranstaltungen soll allen interessierten Ornithologen die Mitgliedschaft ermöglichen. Neben der jährlichen Mitgliederversammlung wird ProRing in Zusammenarbeit mit den ornithologischen Landesverbänden thematische Veranstaltungen rund um die Vogelberingung organisieren. Für die dezentrale Vereinsarbeit sind Initiativen aller Mitglieder, z.B. in Sachen Pressearbeit oder Internet-Präsentation, sehr gefragt.

Wie soll die Vereinsarbeit finanziert werden?

Die wichtigsten Säulen des Finanzkonzepts sind:
  • Mitgliedsbeiträge und Spenden
  • Fördermittel von staatlichen und nichtstaatlichen Stellen (Umweltbehörden der Länder, Umweltstiftungen)
  • Projektfördermittel für definierte wissenschaftliche Vorhaben (DO-G, DFG)
  • Zuwendungen aufgrund inhaltlicher Ausrichtung und Gemeinnützigkeit des Vereins (Bußgelder, Lottomittel)

Eine Voraussetzung für das finanzielle Funktionieren des Vereins ist eine möglichst große Zahl von Mitgliedern. Dies weniger wegen der Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, sondern vielmehr deshalb, weil viele Mitglieder auch viele persönliche Kontakte auf lokaler und regionaler Ebene nutzen können, um die Ziele des Vereins potentiellen Multiplikatoren und Geldgebern (Gemeinden, Verbänden, Firmen, Medien, Privatpersonen) vorzustellen.

Gez.: Die Gründungsmitglieder
Dr. Beatrix Wuntke (Schenkenberg / Brandenburg), Berit George (Bernburg / Sachsen-Anhalt), Siegfried Krüger (Hoyerswerda / Sachsen), Klaus George (Badeborn / Sachsen-Anhalt), Thomas Suckow (Magdeburg / Sachsen-Anhalt), Dr. Harald Dorsch (Rohrbach / Sachsen), Dr. Andreas Goedecke (Reifenstein / Thüringen) und Dr. Ulrich Köppen (Greifswald / Mecklenburg-Vorpommern).

Mitgliedschaft ProRing e.V.

Mitgliedsantrag ProRing e.V. Mitgliedsantrag ProRing e.V. (24,0 kB)

Mitteilung zum IMS-Programm

Liebe Beringerkollegen, mit dem Jahr 2002 liegen nun aus dem Bereich der Beringungszentrale Hiddensee Ergebnisse von sechs Fangperioden im "Integrierten Monitoring von Singvogelpopulationen" vor. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der aktiven Fangplätze in den ostdeutschen Bundesländern von sieben auf nunmehr zweiundzwanzig an, allein im Jahre 2002 kamen vier Fangplätze neu hinzu. Das ist eine sehr positive Bilanz für die ersten sechs Jahre! Allen Beteiligten, den "alten Hasen" wie auch den Neueinsteigern, sei an dieser Stelle sehr herzlich für ihr Engagement im IMS gedankt!

Bericht zum Integrierten Singvogelmonitoring

Bericht IMS Bericht IMS (156,5 kB)

Überregionale Monitoring-Projekte in Deutschland

In Deutschland gibt es eine Reihe von Monitoring-Projekten, die vom Engagement ehrenamtlich tätiger Spezialisten getragen werden. Die wichtigsten bundesweiten Vorhaben sind nachfolgend kurz erläutert. Jeder, der Interesse an der Mitarbeit an einem dieser Programme hat, kann sich direkt bei den Koordinatoren melden oder aber beim Vorstand des VSO. Dort gibt es bei Bedarf weitere Informationen.

Monitoring Greifvögel und Eulen. Dieses Projekt startete bereits 1988 am Institut für Zoologie der Universität Halle (Saale). Wer sich beteiligen möchte, sollte eine oder mehrere Greifvogel- oder Eulenarten auf einer größeren Kontrollfläche jährlich untersuchen. Von Interesse sind dabei sowohl Angaben über den Brutbestand als auch die Feststellung des Bruterfolges. Die Ergebnisse werden in einem jährlichen Bericht zusammengestellt, der jedem Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung steht. An diesem Programm sind inzwischen mehrere europäische Länder beteiligt. Weitere Informationen sind auf der Homepage http://www.greifvogelmonitoring.de zu finden. Literatur zum weiterlesen: Stubbe, M., Mammen, U. & Gedeon, K. (1996): Das Monitoring-Programm Greifvögel und Eulen. Vogelwelt 117: 261-267 oder Mammen, U. (1998): Zentrale Datenbank für Greifvögel und Eulen. Der Falke 45: 164-169. Ansprechpartner:
Ubbo Mammen.

Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen. Im Jahr 1999 wurde von den drei deutschen Vogelwarten das neue Projekt "Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen" (IMS) gestartet. Dahinter verbirgt sich ein standardisiertes Erfassungsprogramm für Beringer, das sich methodisch an das sogenannte "Constant-Effort-Site"-Verfahren aus Großbritannien anlehnt. Speziell ausgebildete und geprüfte Beringer errichten Netzstandorte, an den alljährlich nach einem strengen Zeitregime Vögel gefangen und beringt werden. Auf Basis der so gewonnenen Daten lassen sich nicht nur Rückschlüsse auf Bestandsveränderungen ziehen, sondern auch Hinweise zum Reproduktionserfolg und den Überlebensraten der einzelnen Arten. Literatur zum weiterlesen: Bairlein, F., Bauer, H.-G. &. Dorsch, H. (2000): Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen. Vogelwelt 121: 217-232 oder Bairlein, F. (2000): Nicht nur Köpfe zählen. Integriertes Monitoring als Grundlage für einen effektiven Vogelschutz. Vogelschutz 3: 28-31. Ansprechpartner:
Dr. Harald Dorsch.

Internationale Wasservogelzählung. Die Zentrale für Wasservogelforschung im Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) fasst die Ergebnisse der jährlichen Zählungen der Wasservogelarten in Deutschland zusammen. In den neuen Bundesländern laufen dabei die Informationen zunächst im Förderverein für Wasservogelökologie und Feuchtgebietsschutz e.V. zusammen, der sich als Nachfolger der Forschungsstelle für Ökologie der Wasservögel und Feuchtgebiete der Universität Potsdam konstituiert hat. Die Zuarbeit in den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich organisiert. In Sachsen werden die Zählungen je nach Region vom Landesbund Sächsischer Heimatschutz, vom VSO und vom NABU durchgeführt. Die Erfassungsmethodik ist recht einfach. Zu ganz bestimmten Terminen wird die Anzahl der Wasservögel auf bestimmten Zählstrecken erfasst und die Ergebnisse werden auf standardisierten Zählbögen festgehalten. Die Wasservogelzählung ist eines der ältesten internationalen Monitoringprogramme überhaupt. Literatur zum weiterlesen: Sudfeldt, C., Anthes, N. & Wahl, J. (2000): Stand und Perspektive des Wasservogelmonitorings in Deutschland. Vogelwelt 121: 307-317 oder Frey, T. & Naacke, J. (2001): Auswertung von Daten der periodischen Wasservogelzählungen 1983 bis 2000. Möglichkeiten am Beispiel der Länder Brandenburg und Berlin. Nat.-schutz Landschaftspflege Brandenburg 10 (4): 140-153. Ansprechpartner:
Dr. Christoph Sudfeldt.

DDA-Monitoring häufiger Brutvogelarten. Diese Programm befasst sich mit Siedlungsdichteuntersuchungen auf ausgewählten Probeflächen und in unterschiedlichen Lebensräumen. Dabei wird nach unterschiedlichen methodischen Ansätzen verfahren. Im Rahmen von Revierkartierungen wird der gesamte Bestand an revierhaltenden Vögeln auf einer Kontrollfläche erfasst. Dieses Verfahren ist sehr aufwendig und erfordert viel Zeit und Erfahrung. Einfacher sind die sogenannten Punkt-Stopp-Zählungen, bei denen Zählungen und Begehungen nach streng standardisierten Vorgaben erfolgen. Die Beteiligung in den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich. Während zum Beispiel in Brandenburg zahlreiche Flächen bzw. Routen bearbeitet werden, ist das Engagement in Sachsen noch sehr gering. Literatur zum weiterlesen: Flade, M. & Schwarz, J. (1996): Stand und Ergebnisse des DDA-Monitorprogramms. Vogelwelt 113: 210-222 oder Schwarz, J. & Flade, M. (2000): Bericht über das DDA-Monitorprogramm häufiger deutscher Brutvogelarten. Zeitraum 1989-1999. Ansprechpartner:
Dr. Martin Flade.

DDA-Monitoring seltener Brutvogelarten Zu wirklich seltenen Brutvogelarten gibt es oftmals sehr genaue Bestandszählungen oder sehr zuverlässige Schätzungen. In diesen Fällen muß man nicht auf Probeflächenerfassungen und Hochrechnungen zurückgreifen, sondern kann auf die genauen Datensammlungen von Spezialistengruppen bzw. der Vogelschutzwarten der Bundesländer zurückgreifen. Der DDA bemüht sich um eine möglich vollständige Zusammenstellung der verfügbaren Informationen und publiziert die Ergebnisse in entsprechenden Berichten. Literatur zum weiterlesen: Mädlow, W. & Model, N. (2000): Vorkommen und Bestand seltener Brutvogelarten in Deutschland 1995/96. Ansprechpartner:
Martin Boschert.

Neben den hier genannten Projekten gibt es noch zahlreiche spezielle Programme auf Ebene der Bundesländer. Diese werden entweder durch Verbände getragen oder durch zuständige Behörden (z.B. Staatlichen Vogelschutzwarten oder Landesämter). Auch zu einzelnen Arten gibt es bundesweite oder überregionale Spezialistengruppen (z.B. Weißstorch, Wanderfalke, Kranich), die sich sowohl mit dem Schutz als auch mit der Bestandsüberwachung der jeweiligen Art befassen. Engagierte Mitarbeiter sind in allen ehrenamtlich organisierten Arbeitsgruppen stets willkommen.

DDA-Monitoring

Für die Punkt-Stopp-Zählung des DDA stehen pdf-Dateien zur Verfügung.
Monitoring-Seite des DDA
Alternativ kann auch eine excel-Tabelle verwendet werden. Bitte ausgefüllte Excel-Tabellen unbedingt auch in Papierform abgeben; wenn irgend möglich, doppelseitig ausgedruckt (Vorder- u. Rückseite), damit die Daten nicht durcheinander geraten können.
Seite zuletzt geändert: 16.03.2010 11:39