Holzeinschlag zur Brutzeit im SPA "Wälder bei Olbernhau"

11.04.2017 12:12

Von alten Bäumen befreites NSG Hirschberg-Seiffener Grund (Foto: U. Kolbe)
Durchforstetes NSG Hirschberg-Seiffener Grund
Das 1.140 ha große Europäische Vogelschutzgebiet (SPA) "Wälder bei Olbernhau" mit seinen ausgedehnten Buchenbeständen soll nach dem SPA-Landeskonzept einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung u.a. von Grau- und Schwarzspecht, Raufuß- und Sperlingskauz, aber auch von Schwarzstorch und Zwergschnäpper liefern. Obwohl die Käuze und Spechte z.T. bereits brüten, wird in ihren Revieren schon seit Wochen und gegenwärtig immer noch intensiv Holz eingeschlagen, gelagert und abtransportiert. Selbst die beiden innerhalb des SPA gelegenen Naturschutzgebiete "Rungstock" und "Hirschberg-Seiffener Grund" sind davon nicht ausgenommen. Auch wenn die meisten Höhlenbäume gekennzeichnet und vom Holzeinschlag verschont geblieben sind, können die mit schwerer Technik durchgeführten Arbeiten in der sensiblen Phase der Fortpflanzung den Bruterfolg durch Veränderung des Lebensraumes, durch Beunruhigung, Lärm und Beeinflussung der Nahrungsgrundlagen stark beeinträchtigen oder verhindern. In der 14. Kalenderwoche wurde sowohl der zuständige Forstbezirk Marienberg als auch die Geschäftsleitung des Staatsbetriebes Sachsenforst in Pirna aufgefordert, die Arbeiten in den Schutzgebieten bis zum Herbst auszusetzen.
Man kann erwarten, dass gerade der Landeswald so bewirtschaftet wird, dass dem Schutzzweck laut Verordnung für das SPA-Gebiet aus dem Jahr 2006, nämlich einen günstigen Erhaltungszustand für die Arten zu sichern, gedient und nicht das Gegenteil bewirkt wird.  Für öffentliche Aufgaben wie u.a. die des Naturschutzes erhält der Staatsbetrieb Sachsenforst jährlich nicht unerhebliche zweistellige Millionenzuschüsse aus dem Landeshaushalt.

Der Beirat des VSO wird sich mit dem Thema Vogelschutz in SPA- und anderen Schutzgebieten befassen, so dass diesbezügliche Hinweise auch aus anderen Teilen Sachsens willkommen sind (mögl. mit Fotos an den Sprecher: udo.kolbe@email.de).

U. Kolbe, 10.04.2017

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