Spannende Vorträge zur VSO-Jahresversammlung in Zittau spiegeln Situation unserer Vogelwelt wider

22.03.2012 10:47

VSO-Ehrenmitglied und Vortragsgast Prof. Dr. Peter Berthold (Radolfzell). Foto: Agentur.
Prof. Dr. Peter Berthold.

Die 50. Jahresversammlung und Sächsische Ornithologentagung unseres Vereins, die vom 30. März bis 1. April in Zittau (www.die-aula-zittau.de) stattfindet, wartet in diesem Jahr mit zwei besonders attraktiven Vorträgen im öffentlichen Abendprogramm auf. Am Begrüßungsabend, am Freitag, den 30.03., ab 20.00 Uhr, stellt der Verein „Komitee gegen den Vogelmord“ seine Aktivitäten gegen ausufernde Vogelwilderei rund um das Mittelmeer vor. Unter Missachtung der EU-Vogelschutzrichtlinie und weiterer EU- sowie verschiedener Landesgesetze hält die Wilderei auf Zugvögel insbesondere im Mittelmeerraum Jahr für Jahr ungezügelt an. Mit zehntausenden Fallen und Gewehren stellt man gnadenlos Zugvögeln nach, die in anderen EU-Mitgliedsländern z.B. vom Aussterben bedroht oder streng geschützt sind und für deren Erhalt teils erhebliche Steuermittel eingesetzt werden. Alexander Heyd, Geschäftsführer des Komitees (www.komitee.de) und Dr. Andrea Rutigliano führen in Wort und Bild vor, wie sich der Verein und seine Aktiven an Brennpunkten wie z.B. auf Malta für ein Ende dieser Wilderei auf Zugvögel einsetzt.

Am Sonnabend, den 31.03., ab 19.30 Uhr,  wird uns VSO-Ehrenmitglied, Prof. Dr. Peter Berthold, Direktor der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie/Vogelwarte Radolfzell, im übertragenen Sinne den Spiegel vorhalten. Während wir die Wilderei herkömmlicher Art und Weise mit Flinte und Fallen am Mittelmeer zu Recht kritisieren, entzieht hier die industrielle Agrarproduktion in Kombination mit dem Masseneinsatz von Chemikalien und dem Ausräumen jeglicher Strukturen vielen einst häufigen Vogelarten immer mehr Lebensraum. Der steigende Anbau von Energiepflanzen, der Ausbau der Windkraft selbst in Wäldern, auch hier stattfindende illegale Übergriffe insbesondere auf Greifvogel und schließlich wohl auch der Klimawandel lassen dramatische Auswirkungen auf unsere heimische Vogelwelt erkennen. Prof. Berthold, der als einer der bekanntesten Zugvogelforscher weltweit gilt und jetzt im Ruhestand für die Heinz Sielmann-Stiftung den Biotopverbund am Bodensee fachlich koordiniert, wird uns die Entwicklung unserer Vogelwelt seit der Eiszeit mit einer Prognose bis ins Jahr 2100 als Spiegel unserer Umweltsituation aufzeigen.

„Wir freuen uns sehr, zwei so einzigartige Vorträge an einem Wochenende präsentieren zu können. Vielleicht gelingt es, auch dadurch wieder einige Anstöße zur Änderung unseres Verhaltes geben zu können“, meint Dr. Kai Gedeon, erster Vorsitzender des VSO. Beide Vorträge sind öffentlich und können an den Abenden frei besucht werden (gesamtes Programm zum Download – siehe unten).

Hartmut Meyer
Geschäftsführer

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