Armes Sachsen! Abschuss von Kormoranen bleibt weiter möglich - Verordnung entfristet

05.02.2011 11:13

‚Jahr des Kormorans' geht mehr als traurig zu Ende

In einer Zeit dramatischen Artensterbens weltweit und der traurigen Erkenntnis, dass sich die Menschheit noch weit weg vom Ziel der Erhaltung der biologischen Vielfalt befindet, darf im Freistaat Sachsen der Kormoran nun weiterhin geschossen werden. Und das angesichts der Tatsache, dass bereits 42 Prozent (!) der Brutvogelarten Deutschlands, darunter viele auch einst in Sachsen häufige Allerweltsvögel, in den Roten Listen zu finden sind und die so genannten Vorwarnlisten immer länger werden. Nicht unerwartet stellt sich der Freistaat Sachsen damit erneut entgegen allen sachlichen ökologischen Daten und Fakten und „entfristet" die bestehende Kormoranverordnung zugunsten einer kleinen Gruppe der Gesellschaft, der Hobby- und Freizeitangler. Die entsprechende Pressemeldung des SMUL unter der bezeichnenden Überschrift „Minister Kupfer: Verordnung dient dem Schutz heimischer Fischbestände"  findet sich im Anhang zum Download.

 

Unser Verein hat bereits im Jahr 2006 diese Klientelwirtschaft scharf verurteilt und sachlich Stellung zur so genannten Kormoran-Problematik bezogen, wobei sich an den genannten Fakten bis heute nichts verändert hat (im Anhang zum Download). Im 'Jahr des Kormorans' bedauern wir eine solche politische Entscheidung und müssen erneut zur Kenntnis nehmen, dass dringend notwendiger Artenschutz im Freistaat offenbar nur gegen Bares aufgerechnet wird.

 

Hartmut Meyer

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