Katzen (auch Elstern sowie Rabenkrähen) und Vögel: Beutegreifer haben keinen gravierenden Einfluss auf Bestände der Gartenvögel!

05.07.2010 20:16

Vor wenigen Tagen erst erreichte die VSO-Geschäftsstelle eine Email mit folgendem Inhalt: „Ein Mitglied Ihres Verbandes, unser Nachbar, sprach uns an, dass er unseren Kater beseitigen will, wenn er ihn nochmals in seinem Garten sieht ... Bitte geben Sie mir einen Rat, wie ich mit dem Kater und unserem Nachbarn umgehen soll. Leider ist die Anfrage dringend, da ich es m. E. auch nicht richtig finde, die Katze für immer vorm Garten wegzuschließen. Sie trägt nun ein Glöckchen, aber ich bezweifle, dass diese Maßnahme tatsächlich die Vögel warnt ..."

 

Jedes Jahr, bei fast jeder öffentlichen Veranstaltung (vogelkundliche Führungen usw.) kommt so oder so dieses Thema, das offenbar so alt ist wie die Katze als Haustier beim Menschen, zur Sprache. Die Meinungen prallen dann pro und kontra aufeinander und einbezogen werden dann gleich noch Elstern und Rabenkrähen als Vernichter der Gartenvogelwelt. Als Verein sind wir verpflichtet, auf den in Deutschland im Grundgesetz verankerten Tierschutz und die damit einhergehenden einschlägigen Verbote, Tiere zu quälen oder gar zu töten, zu verweisen. Zugleich appellieren wir in jedem Fall an den gesunden Menschenverstand und bemühen uns eigene Erkenntnisse, die wir bei wiss. Untersuchungen (wie z.B. bei der Brutvogelkartierung in der Stadt Chemnitz) gewonnen haben zu vermitteln, ebenso wie in Fachliteratur beschriebene Vorgänge und Fakten. Und diese besagen klar und ziemlich unmissverständlich, dass diese Beutegreifer (Katzen und Rabenvögel) entweder gar keinen oder keinen gravierenden Einfluss auf die Bestände der (häufigen) Gartenvögel haben! Hier spielen andere Faktoren offenbar eine entscheidendere Rolle.

 

Genau zu diesem Thema erschien jetzt in der neuesten Ausgabe „Der Falke - Journal für Vogelbeobachter" (Heft 7/2010, S. 296 ff) ein Interview mit der britischen Zoologin und Ornithologin Sarah Nieman vom RSPB, dem größten Vogelschutzverband Europas. Auf unsere Bitte hin hat uns die Redaktion „Der Falke" (die eben erschienene Ausgabe ist in jeder guten Bahnhofsbuchhandlung zu erhalten bzw. kann im Internet www.falke-journal.de bestellt werden) gestattet, diesen Beitrag hier nochmals - im Anhang als pdf-Datei beigefügt - zu veröffentlichen.

 

Hartmut Meyer

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