Illegale Greifvogelfalle in Leipzig entdeckt und sichergestellt - Polizei leitet Strafverfahren gegen Unbekannt ein

23.01.2012 19:57

Gemeinsame Pressemitteilung von Komitee und Verein Sächsischer Ornithologen

Illegaler Habichtskorb mit Ködertaube auf Taubenschlag in der Riesaer Straße in Leipzig. Die Polizei ermittelt. Foto: Komitee
Illegaler Habichtskorb auf Taubenschlag

Leipzig. Vogelschützer und Polizisten haben am Wochenende in Leipzig eine illegale Fangvorrichtung für geschützte Greifvögel entdeckt und abgebaut. Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, handelte es sich dabei um einen sog. Habichtfangkorb, der auf dem Dach eines Taubenschlages in der Riesaer Straße angebracht war. Ein aufmerksames Mitglied des Vereins Sächsischer Ornithologen (VSO) hatte die Falle am Freitag entdeckt und das auf solche Fälle spezialisierte Komitee verständigt. „Wer mit solchen Fallen Greifvögeln nachstellt, begeht eine Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz“ so Komitee-Vorstandsmitglied David Conlin. Um Habichte und andere Greifvögel in die Falle zu locken, hatte der Täter eine tote Zuchttaube in die Fangvorrichtung gelegt. Conlin: „Die Falle war beködert und aktiviert. Wir haben deshalb am Samstagmorgen bei der Polizei angerufen und Strafanzeige erstattet“. Ein Anruf mit Wirkung - kaum eine halbe Stunde später war ein Streifenwagen vor Ort, dessen Besatzung die illegale Falle sicherstellte und ein Strafverfahren gegen Unbekannt einleitete.

Im Visier der Polizei steht jetzt der Besitzer der Taubenzucht. Ihm drohen laut Bundesnaturschutzgesetz bis zu fünf Jahre Haft. Habichte gehören zu den vom Gesetzgeber streng geschützten Tierarten. Der Bestand dieser Vogelart hat nach Angaben des Komitees in manchen Bereichen Deutschlands und auch in Sachsen in den letzten Jahren stark abgenommen. Ein Grund dafür sind illegale Verfolgungen durch Taubenzüchter und Jäger, die in den seltenen Greifvögeln unliebsame Konkurrenten sehen.

Auch in Sachsen werden laut Komitee gegen den Vogelmord immer wieder Fälle von illegalen Nachstellungen bekannt. Nach Angaben des polizeilichen Auskunftssystems Sachsen (PASS) zu Straftaten nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind in den Jahren 2006 bis 2011 insgesamt 10 Fälle bekannt geworden, bei denen Greifvögel gefangen, vergiftet oder abgeschossen wurden. Unter anderem wurden im Jahr 2011 bei Meißen und Schöneck zwei Greifvogelfallen sichergestellt. Weitere Fälle betrafen das Fällen belegter Nestbäume von Seeadler und Sperber im Jahr 2010 sowie den Abschuss eines Rotmilans und eines Sakerfalken.

Laut Verein Sächsischer Ornithologen handelt es sich bei diesen bekannt gewordenen Fällen nur um die Spitze des Eisbergs. „Die illegale Greifvogelverfolgung ist ein Fakt mit einer hohen Dunkelziffer“, weiß VSO-Geschäftsführer Hartmut Meyer. Der Vogelkundler ruft deshalb alle Freunde der heimischen Vogelwelt und Zeugen zur Meldung verdächtiger Fallen und toter Greifvögel auf. Wer etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich direkt mit der Polizei oder mit David Conlin vom Komitee www.komitee.de oder mit dem VSO www.vso-web.de in Verbindung zu setzen.

Axel Hirschfeld & Hartmut Meyer


V.i.S.d.P/Rückfragen/Bildmaterial (HD, Fotos): Axel Hirschfeld, Komitee gegen den Vogelmord, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Tel.: 0228/665521 oder 01794803805 sowie Hartmut Meyer, Verein Sächsischer Ornithologen e.V., Postfach 1129, 09331 Hohenstein-Ernstthal, Tel.: 03723/44210, Fax - 44211.

 

 

 

 

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