Wolf breitet sich in Sachsen weiter aus – Experten lehnen bei Anhörung Aufnahme ins Jagdgesetz ab

01.07.2011 14:58

Elterntiere des Seenland-Rudels 2010. Die Fähe (rechts) ist ca. 9 od. 10 Jahre alt. Foto: www.wolfsregion-lausitz.de
Wölfe in der Lausitz

Im Freistaat Sachsen leben derzeit fünf Wolfsrudel sowie zwei welpenlose Wolfspaare mit insgesamt 45 Tieren (Quelle: Pressemeldung 112/2011, SMUL vom 22.06; mehr Fachinformationen auf www.wolfsregion-lausitz.de). Dass das nicht von allen Seiten positiv gesehen wird zeigt derzeit die Absicht des Sächsischen Landesjagdverbandes, seine offenbar „schärfsten Konkurrenten“ dem Jagdgesetz unterstellen zu wollen. Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen beschäftige sich am 10. Juni der Umweltausschuss des Landtages mit dem Thema. Zu einer Anhörung waren acht Experten geladen, von denen sich sieben klar gegen die Aufnahme des Wolfs in das Jagdgesetz ausgesprochen haben.

Als unsinnig bezeichnet auch der NABU Sachsen das Vorhaben des sächsischen Landesjagdverbandes, den Wolf, der durch Naturschutzgesetz und EU-Richtlinien streng geschützt ist, dem Jagdrecht zu unterstellen. Aber auch viele andere geschützte Arten haben nach Ansicht des NABU nichts im Jagdrecht zu suchen. Im Rahmen der Aktion „Bananen ins Jagdrecht“ kann man derzeit auf www.nabu-sachsen.de online diesem Vorhaben seine persönliche Absage erteilen.

Parallel zu diesen Diskussionen und im Zusammenhang mit der weiteren Ausbreitung des Wolfs hat der Freistaat Sachsen das Fördergebiet Nutztiere/Wolf weiter ausgeweitet. In der oben genannten Pressemeldung heißt es dazu: „ In Sachsen ist das Gebiet, auf denen Schutzmaßnahmen für Nutztiere gegen Wolfsangriff mit staatlichen Hilfen gefördert werden, deutlich erweitert worden. Neben den Landkreisen Bautzen und Görlitz gehören jetzt auch die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Teile von Mittelsachen, Leipzig und Nordsachsen zum Fördergebiet. Anlass für die Ausweitung des Fördergebietes ist die nachgewiesene dauerhafte Anwesenheit eines Wolfspaares in der Königsbrücker Heide sowie in der Region Annaburg (Sachsen-Anhalt)… Die Tierhalter im neuen Fördergebiet haben nur ein Jahr Zeit, entsprechende Schutzmaßnahmen (Anmerkung: gefördert werden die Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband, Herdenschutzhunden und Unterwühlschutz bei Wildgattern) zu ergreifen.“

Hartmut Meyer 

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