Erste Erkenntnisse aus dem Bodenbrüterprojekt - Blühbrachen bieten Nahrung und Rückzugsräume für Rebhühner

09.11.2010 10:13

Rebhuhnblühstreifen bei Nischwitz. Foto: M. Dämmig, Vogelschutzwarte Neschwitz
Rebhuhnblühstreifen

Seit dem Frühjahr 2009 werden durch die Vogelschutzwarte Neschwitz (Trägerverein e.V.) in enger Kooperation mit dem SMUL/LfULG Maßnahmen für Boden brütende Vögel der Agrarlandschaft erprobt. Der VSO unterstützt gemeinsam mit dem NABU, dem Landesbauern- und dem Landesjagdverband das Projekt. Das Bodenbrüterprojekt wurde zuletzt auch zum 20-jährigen Jubiläum der Wiedergründung des VSO in Bad Düben sowie auf Veranstaltungen in verschiedenen Ortsgruppen vorgestellt. Mit dem Abschluss der Brutsaison 2010 liegen nun erste Ergebnisse zur Wirkung einzelner Maßnahmen vor.

 

Auf den insgesamt 18 Kiebitzinseln mit fast 30 ha Fläche brüteten etwa 40 Kiebitz­paare. Bei mindestens 16 Brut­paaren schlüpften Jung­vögel. Dies entspricht einer Erfolgs­quote von 40 %. Auf Ver­gleichs­flächen ohne Artenschutz­maßnahmen lag der Erfolg nur bei etwa 25 %. Auch die in Mais angelegten Feldlerchenstreifen bewirkten im Vergleich zur übrigen Kultur eine deutlich stärkere Nutzung durch Lerchen. Auf zwei Streifen gelang zudem der Nachweis von insgesamt vier Nestern. Für Rebhühner werden die im Frühjahr angelegten Blühbrachen jetzt im Herbst besonders interessant. Inmitten großer, offener Ackerschläge bieten die Streifen Nahrung und wichtige Rückzugsräume. An einigen dieser Streifen wurden nach Absprache mit den Betrieben angrenzend Stoppelbrachen etabliert. Hier konnte bereits nachgewiesen werden, dass Rebhühner die Flächen zur Nahrungssuche nutzen und in den Blühbrachen Schutz suchen.

 

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse werden die Maßnahmen optimiert und weiter erprobt. Bestimmte Maßnahmen, für die es bisher an Erfahrungen fehlt, werden in der dritten Projektphase auf ausgewählten Kulturarten gezielt umgesetzt. Durch die konkret ausgerichtete Beratung der Landwirte sind nun für das Betriebs­jahr 2010/11 34 Maßnahmen mit 20 Betrieben auf 213,5 ha vereinbart.

 

Jan-Uwe Schmidt, Madlen Dämmig

 

Weitere Informationen zum Bodenbrüterprojekt finden Sie im Internet: http://www.vogelschutzwarte-neschwitz.de/agrarraum.html

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