DDA ruft 2011 zur bundesweiten Rotmilan-Erfassung auf – Bestände seit 20 Jahren deutlich rückläufig

12.02.2011 13:17

Auch junge Rotmilane verhungern im Nest infolge extremer Nahrungsknappheit!

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (www.dda-web.de) ruft seine Mitgliedsverbände 2011 zu einer bundesweiten Rotmilan-Erfassung auf. Die Hintergründe liegen klar auf der Hand. Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes trägt Deutschland für den Erhalt des Rotmilans, dessen Bestände  seit Beginn der 1990er-Jahre um mehr als 30 % abgenommen haben, weltweit die größte Verantwortung. Als wichtigste Gefährdungsursachen für diese Greifvogelart gelten heute Nahrungsmangel zur Aufzuchtszeit der Jungen (bedingt durch extreme Monokulturen in der industriellen Landwirtschaft), Kollisionen mit Windkraftanlagen und Verluste  durch illegale Abschüsse und Vergiftungen in den Überwinterungsgebieten. Eine Verbesserung der Gefährdungssituationen ist derzeit nicht zu erkennen.


Erfasst werden sollen die Brutbestände auf Messtischblattquadranten TK25, wie sie üblicherweise in bisherigen Brutvogelkartierungen im Freistaat bzw. beim Greifvogelmonitoring Anwendung finden. Für die Ermittlung des Bestandes sind drei vollständige Begehungen des jeweiligen Quadranten vorgesehen, und zwar in den Zeiträumen 11. bis 31. März, 1. bis 30. April und  1. bis 20. Mai. Nähere Details zur Methodik finden sich im Anhang. Die Vogelschutzwarte bittet die sächsischen Mitarbeiter, zur Einstufung der Vorkommenswahrscheinlichkeit die vertrauten Kriterien (A, B, C, D … 16) aus der Brutvogelkartierung  zu verwenden. Die Vogelschutzwarte Neschwitz (Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft) ruft für Sachsen wieder vorrangig zur Nestersuche ebenso wie zur bevorzugten Bearbeitung der bereits zur sächsischen Rotmilan-Kartierung im Jahre 2000 bearbeiteten 196 MTBQ (siehe Markierungen in der Karte im Anhang) auf. Die sächsische Datengrundlage nach der 2000er-Kartierung kann nachgelesen werden in unserer Vereinszeitschrift (vgl. Nachtigall & Ulbricht, Mitt. Ver. Sächs. Ornithol. 8, 2001: 611-617).


Interessenten melden bitte ihren Bearbeitungswunsch formlos, am besten per Email, an die Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz (vsw@vogelschutzwarte-neschwitz.de), die die Kartierung im Freistaat koordiniert. Die notwendigen Unterlagen werden dann zugeschickt. Für Rückfragen steht auch der VSO als DDA-Mitgliedsverband zur Verfügung (Email an: info@vso-web.de).


 Hartmut Meyer

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